Geologische- und STEEPLE-Aspekte zur überregionalen Verfügbarkeit von Rohstoffen zur Herstellung von Beton
Sand und Kies, Kalkstein und Gips
Hilgers, Christoph / Becker, Ivy / Dehn, Frank
Die weitere Zunahme der Weltbevölkerung und des Wohlstands wird bis zum Jahr 2060 zu einer Verdoppelung der Rohstoffexploration auf mindestens 86 Gt führen. Recycling allein wird den globalen Bedarf nicht decken können. Nutzungskonflikte können jedoch auch zukünftig verhindert werden, weil Baurohstoffe geologisch in ausreichender Menge verfügbar sind. Allerdings wird die Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigem Kalkstein, Sand und Kies sowie Gips und Anhydrit für die Betonherstellung durch den anthropogenen Druck, die regionale Verteilung, politische, ökonomische, sozial-ethische, technologische, Umwelt und gesetzliche Aspekte begrenzt. Der Rückgang der Schwerindustrie und der Kohleverstromung in Deutschland führt zu geringeren verfügbaren Mengen an Hüttensand, Flugasche und REA-Gips. Deren Import, Substitution und neue Lagerstätten sind zur Deckung des Bedarfs der Bauindustrie notwendig. Der Anteil an R- (recycling) und M- (manufactured) Baustoffen kann erhöht werden, wenn Innovationen eine qualitativ hochwertige Sortierung gewährleisten. Der Megatrend Digitalisierung ermöglicht hierbei Effizienzsteigerungen in der Rohstoffgewinnung, der Bauindustrie, dem Recycling und an den Schnittstellen zu den Behörden. Die heimische Industrie kann bei geeigneten Randbedingungen auch mittelfristig den Rohstoffbedarf decken, globalem Protektionismus entgegenwirken und die Versorgungssicherheit gewährleisten. Eine attraktive und gesellschaftlich akzeptierte Rohstoffindustrie bündelt technisches Wissen und Innovation einer vertikalen Wertschöpfungskette bei Exploration, Produktion und Recycling. Langfristige Genehmigungsprozesse, unterschiedliche Nutzungsinteressen und die öffentliche Wahrnehmung erschweren die unternehmerische Tätigkeit. Auch eine Ausbildung im Bereich der Rohstoffexploration im Rohstoffland Deutschland wird weniger attraktiv. Damit gehen technisches Wissen und Innovationskraft sukzessive verloren.
Geological and STEEPLE aspects of the supra-regional availability of raw materials for the production of concrete
The further increase in world population and wealth will lead to a doubling of resource exploration to at least 86 Gt by 2060. Recycling alone will not meet global demand. However, conflicts of use can also be prevented in the future because construction raw materials are geologically available in sufficient quantities. However, the availability of high-quality limestone, sand and gravel, as well as gypsum and anhydrite for concrete production is limited by anthropogenic pressure, regional distribution, political, economic, social-ethical, technological, environmental and legal aspects. The decline of heavy industry and coal-fired power generation in Germany leads to lower available quantities of granulated blast furnace slag, fly ash and FGD gypsum. Their import, substitution and new deposits are necessary to meet the needs of the construction industry. The proportion of R (recycling) and M (manufactured) building materials can be increased if innovations ensure high-quality sorting. The megatrend digitalization enables efficiency increases in the extraction of raw materials, the construction industry, recycling and at the interfaces to the authorities. Under suitable boundary conditions, domestic industry can also meet the demand for raw materials in the medium term, counteract global protectionism and ensure security of supply. An attractive and socially accepted raw materials industry combines technical knowledge and innovation of a vertical value chain in exploration, production and recycling. Long-term approval processes, different user interests and public perception make entrepreneurial activity more difficult. Training in the field of raw material exploration in Germany, the country of raw materials, also becomes less attractive. As a result, technical knowledge and innovative strength are gradually being lost.
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beton 9/2020 ab Seite 326
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