Bluten von Beton
Nützlich oder möglichst zu vermeiden?
Krell, Jürgen
Das Wasserabsondern von Frischbeton, auch Bluten genannt, wird oft als unliebsame Frischbetoneigenschaft angesehen. Ob das Bluten schädlich oder hilfreich ist, liegt an der Menge an Blutwasser und dem herzustellenden Bauteil. Bei horizontalen Bauteilen mit nicht geschalter Oberfläche, wie z.B. Decken oder Bodenplatten, ist ein gewisses Bluten hilfreich, um die freie Oberfläche vor zu rascher Austrocknung zu schützen. Es ist selbstverständlich, dass die Blutwassermenge und die Blutgeschwindigkeit so gering sein sollen, dass kein (nennenswertes) Aufschwimmen von Zementleim an die Oberfläche auftritt. Ideal ist ein klarer dünner Wasserfilm, der wie eine aufgebrachte Nassnachbehandlung wirkt. Für das Bluten und die Stabilität kommt der Gesamtsieblinie unter Einbeziehen der Feinststoffe eine wesentliche Bedeutung zu. Je weicher (viel Fließmittel) das System eingestellt wird, je mehr ist die Stützwirkung aus der Sieblinie erforderlich. Das gilt insbesondere für F4/F5-Betone. Das Bluten und die mögliche Entmischungsneigung (hier Feinstkornanreicherung) sollten beim Mischungsentwurf mit erfasst werden. In der Literatur wird beschrieben, dass beim Aufspalten des im Bluteimer erhärteten Betons eine mögliche Feinmörtelanreicherung an der Oberfläche per Augenschein deutlich erkennbar ist. Somit kann beides mit dem Bluteimerversuch erfasst werden. Eine Entmischung an der Oberfläche lässt sich auch adhoc dadurch feststellen, dass beim vorsichtigen Ertasten mit der Fingerkuppe in den oberen 5 mm kein Gesteinskorn feststellbar ist. Eine Reduzierung des äußeren Blutens ergibt sich auch, wenn ein zu grobes Stützgerüst vorliegt. Hier tritt dann ein „inneres Bluten“ in die Hohlräume im Stützkorn auf, was zu Problemen beim Pumpen und zu inneren Wasserlinsen im Betonbauteil führt. Gerade bei kleinem Größtkorn, also meist hohem Sandanteil, kommt dem Bindemittel eine verstärkte Füllfunktion zu. Die in der Literatur benannten, vermehrten Pumpprobleme, gerade bei kleinem Größtkorn, dürften auf grenzwertig geringe Bindemittelgehalte zurückzuführen sein.

The secretion of water from fresh concrete, also known a bleeding, is often regarded as an unwelcome fresh concrete property. Whether the bleeding is harmful or helpful depends on the quantity of bleed water and the component to be produced. For horizontal components with surfaces that are not enclosed in formwork, such as floors or floor slabs, a certain degree of bleeding is helpful for protecting the free surface from drying out too rapidly. It is clear that the quantity of bleed water and rate of bleeding should be so low that there is no (appreciable) flotation of cement paste on the surface. A clear thin film of water that acts like the application of wet curing is ideal. The overall grading curve, including the ultrafine materials, is extremely important for the bleeding and stability. The softer the system is made (plenty of superplasticizer) the more necessary is the supporting action from the grading curve. This is particularly true of F4/F5 concretes. The bleeding and possible tendency to segregation (in this case an accumulation of ultrafine particles) should be covered in the mix design. There is a description in the literature of how, when concrete that has hardened in the bucket is split open, a possible accumulation of fine mortar at the surface is clearly visible to the naked eye. This means that both characteristics can be measured with the bleed bucket test. An ad hoc method for determining segregation at the surface is to use the fingertips to feel carefully whether any aggregate particles can be detected in the top 5 mm. Reduction in external bleeding also occurs if the supporting skeleton is too coarse. This then causes “internal bleeding” into the voids in the supporting particles, which leads to problems with pumping and to internal water lenses in the concrete component. With a small maximum particle size, i.e. usually with a high proportion of sand, the binder tends to have an increased filling function. The aggravated pumping problems mentioned in the literature, especially with small maximum particle sizes, may well be attributable to the marginally low binder content.
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beton 1.2/2013 ab Seite 8
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