Textilbeton – Einsatzmöglichkeiten und planerische Herausforderungen
Von der Forschung in die Baupraxis
Boris Peter, Boris / Mittelstädt, Jan / Oppe, Matthias
Hochfeste Feinkornbetone, bewehrt mit einem engmaschigen Netz aus Carbon- oder Glasfasern, ermöglichen die Herstellung dünnwandiger Bauteile mit Materialstärken von nur wenigen Zentimetern, die extrem langlebig und wartungsfrei sind. Die beim Stahlbeton üblichen Korrosionsprobleme spielen dabei keine Rolle mehr. Im Jahr 1994 wurde die Bauweise zum ersten Mal in Dresden erprobt, die Grundlagen werden seit 1999 in verschiedenen Sonderforschungsbereichen an den Universitäten in Aachen und Dresden erarbeitet, aber bis heute hat sich deren baupraktische Anwendung nicht weit verbreitet. Das mag an der noch nicht bauaufsichtlich geregelten Normung geeigneter Bemessungsverfahren und den dadurch erforderlichen Zustimmungs- oder Zulassungsverfahren liegen. Für eine praxistaugliche Verbreitung fehlen aber auch materialgerechte Herstellungsverfahren und Konstruktionsformen. In diesem Beitrag werden baupraktische Einsatzmöglichkeiten von Textilbeton anhand verschiedener Referenzprojekte erläutert. Der Fokus liegt dabei auf den planerischen Herausforderungen bei der Verwendung dieser neuen und hoch innovativen Bauweise. Exemplarisch werden marktgängige Planungs- und Vergabeverfahren für einen Praxistransfer dieses innovativen Materials von der Forschung in die Baupraxis – vorgestellt.
Textile concrete – possible uses and design challenges
The production of thin-walled structural elements with material thicknesses of only a few centimetres that are extremely long-lived and maintenance-free is made possible by high-strength fine-grained concretes, reinforced with a close-meshed network of carbon or glass fibres. The corrosion problems that are usual with steel-reinforced concrete are no longer relevant. This mode of construction was tested for the first time in 1994 in Dresden. The basic principles have been worked out since 1999 in various special research areas in the universities at Aachen and Dresden but so far their practical application in building has not become widespread. This may be due to the current lack of standardization of suitable building inspectorate controlled design methods and the requisite approval and acceptance procedures. Production methods and design shapes to suit the material for widespread practical use are also lacking. Possible practical applications of textile concrete in building are explained in this article with the aid of various completed projects. This emphasis is on the design challenges in the use of this new and highly innovative method of construction. There are descriptions of examples of marketable design and procurement procedures for practical transition of this innovative material from research to building practice.
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beton 3/2019 ab Seite 72
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beton
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