Einfluß von Zusätzen auf das Erstarrungsverhalten von Zement
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Richartz, Werner
Erstarrungsverzögerer sind Zusatzmittel, die dem Beton in geringen Mengen beim Anmachen zugegeben werden, um seine sonst übliche Verarbeitungszeit von wenigen Stunden deutlich zu verlängern. Sie ermöglichen daher unter anderem einen längeren Transport und bei großen Betonierabschnitten einen Einbau frisch auf frisch, der für eine gute, gleichmäßige Verbindung zwischen nacheinander eingebrachten Betonschichten erforderlich ist. – Die verzögernden Zusatzmittel verändern die chemischen Reaktionen, die zwischen den für das Erstarren des Zements verantwortlichen Phasen C3A und Sulfatträger ablaufen. Sie wirken nur dann deutlich verzögernd, wenn sie unter den vorherrschenden Bedingungen für eine begrenzte Zeit das Längenwachstum des Ettringits blockieren oder die leistenförmige Ausbildung von Sekundärgips verhindern und dadurch die Ausbildung eines starren Gefüges unterdrücken. Diese Reaktionen werden außer von der Stoffart und -menge des Zusatzmittels auch durch die Zusammensetzung des Zements und die Temperatur beeinflußt. Sind Art und Menge eines Zusatzmittels nicht auf die Zusammensetzung des Zements und die Temperatur abgestimmt, so kann sich ihre Wirkung umkehren, d.h. schnelles Erstarren hervorrufen. – Für die praktische Anwendung von Verzögerern ist es daher zur Vermeidung unerwünschter, zu Erstarrungsstörungen führender Reaktionen erforderlich, Art und Menge des Verzögerers auf Verträglichkeit und Wirksamkeit mit dem betreffenden Zement und der Betonzusammensetzung unter den während der Bauausführung zu erwartenden Bedingungen zu prüfen.
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beton 11/1983 ab Seite 425
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